Verband deutscher Musikschulen setzt in Erfurt ein starkes Zeichen für die Zukunft öffentlicher Musikschulen
Erfurt, 25. April 2026. Mit der bundesweiten Initiative „Musikschule stärkt, was uns verbindet!“ setzt der Verband deutscher Musikschulen (VdM) ein deutliches Zeichen für die gesellschaftliche, politische und öffentliche Bedeutung öffentlicher Musikschulen. Der Startschuss für die gemeinsame Dachinitiative von Bundesverband und Landesverbänden fiel im Rahmen der Bundesversammlung und Hauptarbeitstagung des VdM am 24. und 25. April 2026 in Erfurt.
Start der Initiative „Musikschule stärkt, was uns verbindet!“ am 25. April 2026
im Rahmen der Hauptarbeitstagung des Verbandes deutscher Musikschulen
im Kaisersaal in Erfurt. Foto: VdM / Kerstin Heiderich
Die Initiative macht sichtbar, dass öffentliche Musikschulen unverzichtbare Orte von Bildung, Kultur, Teilhabe, Demokratie und gesellschaftlichem Zusammenhalt sind. Ziel ist es, ihre Wahrnehmung als systemrelevante Bildungs- und Kulturinstitutionen dauerhaft zu stärken, die kommunale und staatliche Finanzierung zu sichern, das Berufsbild der Musikschullehrkräfte zu stärken und der wachsenden Herausforderung des Lehrkräftemangels entschieden zu begegnen.
„Musikschule stärkt, was uns verbindet. Dieser Satz ist für uns kein Werbespruch, sondern Ausdruck dessen, was öffentliche Musikschulen täglich leisten: Sie ermöglichen Begegnung, fördern Teilhabe und geben jungen Menschen Orientierung. Mit dieser Initiative stärken wir ihre Sichtbarkeit und ihre politische Bedeutung“, sagt der Bundesvorsitzende des VdM, Friedrich-Koh Dolge. „Wer kulturelle Bildung stärken will, muss sie strukturell stärken. Wer Teilhabe will, muss Zugänge sichern. Wer Qualität will, muss Verlässlichkeit schaffen. Und wer Fachkräfte gewinnen will, muss die Bedingungen schaffen, unter denen der Beruf der Musikschullehrkräfte auch als Zukunftsberuf von jungen Menschen wahrgenommen werden kann. Die Zukunft öffentlicher Musikschulen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Ihre Sicherung erfordert verlässliche politische Unterstützung, tragfähige Finanzierung, attraktive Berufsbedingungen und starke Bündnisse für musikalische Bildung in Deutschland“, so der VdM-Bundesvorsitzende.
Auch der Thüringer Staatssekretär für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Bernd Uwe Althaus, hob in seiner Rede zur Eröffnung der Bundesversammlung in Erfurt die besondere Bedeutung der Musikschulen hervor: „Musikschulen sind weit mehr als Orte des Instrumentalunterrichts. Sie sind ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Bildungslandschaft.“ Mit Blick auf die „MIKADO-Musik“-Studie, die Ursachen und Folgen des wachsenden Nachwuchs- und Fachkräftemangels im musikpädagogischen Bereich untersucht, betonte er die Notwendigkeit einer gemeinsamen Kraftanstrengung von Bund, Ländern und Trägern. Ziel müsse es sein, „das Berufsfeld der Musikschullehrkraft zu stärken, attraktive Arbeitsbedingungen zu schaffen und gleichzeitig den Nachwuchs gezielt zu fördern“. Musikalische Bildung sei „ein zentraler Bestandteil unseres kulturellen Selbstverständnisses“.
Die Initiative „Musikschule stärkt, was uns verbindet!“ ist Teil eines umfassenden Zukunftsimpulses, den der VdM in Erfurt gesetzt hat. Die Bundesversammlung verabschiedete das neue Leitbild und das neue Grundsatzprogramm der öffentlichen Musikschulen im VdM. Beide Dokumente schärfen das Selbstverständnis der öffentlichen Musikschulen und setzen zugleich ein klares bildungs- und kulturpolitisches Signal. Das Leitbild beschreibt Auftrag, Werte und Haltung der öffentlichen Musikschulen. Das Grundsatzprogramm formuliert die strukturellen Voraussetzungen für qualitätsvolle musikalische Bildung und leitet daraus politische Erwartungen an Kommunen, Länder und Bund ab.
Der VdM verabschiedete ebenfalls die Erfurter Erklärung „Verantwortung für nachhaltige Bildung und Gesellschaft“. Sie macht deutlich, dass Nachhaltigkeit für öffentliche Musikschulen auch Bildungsgerechtigkeit, Inklusion, kulturelle Teilhabe und demokratische Mitgestaltung umfasst. Zugleich betont sie die besondere Rolle der Musikschulen als Orte der Begegnung, des Dialogs und der Gemeinschaft, die einen wichtigen Beitrag für eine zukunftsfähige Gesellschaft leisten.
Ein weiterer zentraler Impuls war die Vorstellung der gemeinsamen „Allianz für musikalische Bildung“ des Deutschen Musikrates, der Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen und des VdM. Die Allianz verfolgt das Ziel, musikalische Bildung für die Zukunft zu sichern und angesichts des zunehmenden Lehrkräftemangels gemeinsame Lösungen für Ausbildung, Berufsfeld und Fachkräftesicherung zu entwickeln.
Die Hauptarbeitstagung mit Bundesversammlung wurde vom VdM in Zusammenarbeit mit der Stadt Erfurt, der Musikschule der Stadt Erfurt und dem Landesverband der Musikschulen in Thüringen veranstaltet. Sie wurde gefördert durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die Stadt Erfurt und dem Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur.
Der VdM ist der Fach- und Trägerverband der rund 930 öffentlichen, zumeist kommunalen Musikschulen, in denen in bundesweit rund 21.000 Unterrichtsstätten über 1,4 Millionen Kinder, Jugendliche und Erwachsene von 37.000 Fachlehrkräften im gesamten Spektrum des Musizierens unterrichtet werden. Er engagiert sich als Fachpartner für die bundesweite Entwicklung und Umsetzung musikalischer Jugend- und Erwachsenenbildung.
Das Leitbild und das Grundsatzpapier der öffentlichen Musikschulen im VdM sowie die Erfurter Erklärung des VdM sind abrufbar unter https://www.musikschulen.de/vdm/positionen.
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