Serenadenabend im historischen Innenhof der Illenau

„Entspannen und genießen“

Serenadenabend der Musik- und Kunstschule in der Illenau

Das als „Serenadenabend“ angekündigte Konzert der Schüler der Musik- und Kunstschule Achern-Oberkirch ließ auf so etwas wie Romantik schließen, doch im „Serenaden- Innenhof“ der Illenau in Achern herrschte am Samstagabend schlichtweg Biergartenatmosphäre. Der Duft würzigen Flammkuchens schwängerte die Luft zwischen den zwanglos platzierten Holzbänken und Tischen unter einer Reihe offener Zelte. Direkt vor der Bühne

reges Gewusel spielender Kleinkinder, weiter hinten ebenso reger Zulauf zu den Getränkeständen, denn Flammkuchen und die Wärme des herrlichen Sommerabends machten durstig. Trotz oder gerade wegen dieses Flairs ließ sich das Publikum gleich zu Beginn vom jungen Bläserensemble begeistern, das mit gänzlich unterschiedlichen Melodien aufwartete, von der „Ode an die Freude“ bis zum „Power-Rock“. Schon fast ganz Profi, sagte die kleine Anna Bruder aus Fautenbach die einzelnen Nummern an und übergab dann den Moderatorenstab für den Rest desAbends an Franz Schindler weiter, den Dirigenten des Bläserensembles. Er machte auch in dieser Rolle seine Sache ganz ausgezeichnet, und so erfuhr man kontinuierlich, was einen als nächstes erwartete. Und das war zunächst ein hervorragendes Posaunenensemble (Einstudierung Michael Fünfgeld) mit rassigen Nummern wie „Soul-Bossa Nova“ oder der wunderschönen Ballade aus „Der Zauberer von Oz“„Somewhere Over The Rainbow“. Das wurde von einem Hornquartett abgelöst (Kathrin Flynn-Hartmann), dem ein Saxophon-Quartett (Horst Schuster) folgte, mit so bekannten Nummern wie „Summertime“ aus „Porgy and Bess“ von George Gershwin (1898 bis 1937). Trotz eifriger Konsumation fanden die den gemütlichen Sommerabend genießenden Besucher immer wieder Zeit zu lang anhaltendem Applaus. „Fiddle-Musik“ stand als nächstes auf dem Programm. Eine ganze Reihe von Violinisten ließen „Nehmt Abschied, Brüder, ungewiss....“ und „Dany-Boy“ erklingen (einstudiert von Jörg Werner und Marie-Luise Dieter) und wurdeanschließend von weiteren Streichern zu einem großen Kammerensemble verstärkt. Ein wirklich beachtlicher Klangkörper, der dann, dirigiert von Jörg Werner, Melodien von Edward Elgar (1857 bis 1934) und CamilleSaint-Saens (1835 bis 1921) präsentierte. Dem folgte Wiener Kaffeehaus-Atmosphäre, hervorgerufen durch ein Geige-Klavier-Duo (Sofia Feißt und Amrei Kügelgen), und vor dem geistigen Auge schwirrten die befracktenKellner mit dem „kleinen Braunen mit Schlagorbers“ vorbei. Mittlerweile war der Abend weiter fortgeschritten, und Nacht senkte sich langsam über die Illenau. Der illuminierte Innenhof bekam einen anderen Charakter, und es war die Zeit für „Arien von Fledermaus und Mondschein“, wie man diesen Teil nun nannte (Gesang: Anja Bittner und am Klavier Elena Wagner-Gromova) oder „…von Love-Songs bis Evergreens“ (Klarinette: Celine Schwenk und einstudiert von Rudolf Heidler). Den Rest des Abend bestritt Pianist Hagen Reisbach meisterlich mit Kaffeehaus- Musik zum, so hieß es, „zurücklehnen, entspannen und genießen“. Wann der letzte Besucher die Illenau tatsächlich verließ, war nicht überliefert.



Quelle: Acher-Bühler-Bote vom 16.07.2018
Text und Bild: Bodo G. Toussaint