Großartige Leistungen wurden belohnt - Zeitungsartikel Offenburger Tageblatt vom 26.06.2018

Die Ortenauer Preisträger des Bundeswettbewerbs Jugend musiziert in Lahr.
Großartige Leistungen wurden belohnt
Jugend musiziert: Die Bundespreisträger stellten sich auf der Landesgartenschau in Lahr vor

Die Ortenauer Bundespreisträger des Wettbewerbs »Jugend musiziert« wurden im Rahmen einer Konzertmatinee auf der Landesgartenschau in Lahr ausgezeichnet.



Foto: Jürgen Haberer

Lahr/ Lübeck.

Annalena Litterst (Klarinette) und Franziska Armbruster (Oboe) tauchten im Dialog mit ihrer Klavierbegleiterin Marjana Plotkina in die wunderbar feinsinnig angelegte Klangwelt des Impressionismus ein. Fiona Dorner (Querflöte) und Finn Wernet (Klavier) loteten mit Karlheinz Stockhausens »Fische und Zwillinge« das musikalische Oeuvre der Moderne aus, während über den Seepark in Lahr auch Klangschnipsel einer anderen Veranstaltung auf der Landesgartenschau herüberwehten.

Hornistin Apolonia Meier servierte mit Eugène Bozzas »En forêt« ein erzählendes, wunderbar vielschichtig angelegtes Tongemälde, Saxophonist Dominik Bökenkamp teste am Ende des Konzertes sogar die Schnittstellen zwischen klassischer Musik und Jazz.

Für die rund 200 Zuhörer auf der Landesgartenschau in Lahr hat sich der Besuch des Preisträgerkonzertes am Sonntag mehr als gelohnt. Fast zwei Stunden lang wurden sie mit musikalischer Feinkost verwöhnt, dargeboten von jungen Ausnahmetalenten aus der Ortenau. Von den 230 Teilnehmern am Regionalwettbewerb in Oberkirch hatten sich 70 für den Landeswettbewerb qualifiziert, 24 haben im Mai die Reise in die Hansestadt Lübeck angetreten, um dort an der Endrunde teilzunehmen.

Besonders gelohnt hat sich die Reise für zwei Geschwisterpaare aus Lahr und dem Schuttertal. Ann-Sophie Schrape (Violine) und ihre seit 2014 im Landesjugendorchester Baden-Württemberg musizierende Schwester Elisa (Violine) haben mit der maximalen Punktzahl ebenso einen 1. Preis errungen wie Apolonia Meier (Horn) aus dem Schuttertal. Deren Schwester Mathilda hat in Lübeck als Klavierbegleiterin gepunktet und ebenfalls einen 1. Preis erzielt.

Erstklassiger Ruf

Die Bilanz der 55. Auflage des Wettbewerbs fällt für die 230 Teilnehmer aus der Ortenau wieder überaus positiv aus. Herausgekommen sind vier erste, fünf zweite und

zwölf dritte Preise. Drei Teilnehmern wurde »sehr guter Erfolg« bescheinigt.

Die hohe Qualität der musikalischen Nachwuchsarbeit spiegelt sich nicht nur in den bemerkenswerten Einzelleistungen der Teilnehmer. Der erstklassige Ruf der Ortenau habe sich längst bis in den hohen Norden herumgesprochen, wie Rudolf Heidler, Vorsitzender des Regionalausschusses betonte. Der Wettbewerb besitze in den kommunalen und privaten Musikschulen einen außerordentlich hohen Stellenwert, der Ortenaukreis fördere deren Arbeit mit jährlich 420000 Euro.

Erstmals seien die Ergebnisse bereits auf der Ebene des Regionalwettbewerbs in Einzelgesprächen erläutert worden. Das bedeute mehr Aufwand, koste auch mehr, wie Heidler betonte. Es helfe den Teilnehmern aber auch, ihre Leistung einzuordnen, in der nächsten Runde noch mehr aus sich herauszuholen. Das sich der Aufwand lohnt, zeigt sich nicht zuletzt in den seit Jahren gegen den Bundestrend konstanten Wettbewerbsergebnisse.

Für Nikolaus Stoermer, erster Landesbeamte des Ortenaukreises, und Ulrike Karl, Geschäftsführung der Landesgartenschau, war es deshalb auch mehr als folgerichtig, die diesjährigen Preisträger in einem ganz besonderen Rahmen zu würdigen.

Foto und Text Jürgen Haberer

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